
20.08.2026
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Dacromet-Flanschschrauben sind hochfeste Befestigungselemente, die eine Flanschkopfkonstruktion mit einer fortschrittlichen Zink-Aluminium-Lamellenbeschichtung namens Dacromet (auch Zink-Chrom-Beschichtung genannt) kombinieren. Der integrierte Flansch unter dem Kopf verteilt die Klemmlast gleichmäßiger, vergrößert die Auflagefläche, verbessert den Widerstand gegen vibrationsbedingtes Lösen und macht häufig eine separate Unterlegscheibe überflüssig.
Die Dacromet-Technologie wurde in den 1970er Jahren als leistungsstarke Alternative zur herkömmlichen Galvanisierung und Cadmiumbeschichtung entwickelt und hat sich zu einer bevorzugten Oberflächenbehandlung für Schrauben der Güteklassen 8.8, 10.9 und 12.9 entwickelt. Diese Befestigungselemente werden häufig in Fahrwerks- und Antriebsstrangbaugruppen für Kraftfahrzeuge, Windturbinenstrukturen, Land- und Baumaschinen, Geräten für die chemische Verarbeitung, Schiffsanlagen und Stahlinfrastruktur im Freien eingesetzt, wo eine langfristige Korrosionsbeständigkeit von entscheidender Bedeutung ist.

Abbildung A. Repräsentatives Erscheinungsbild von Dacromet-beschichteten Sechskantflanschschrauben (silbergraue Metalloberfläche).
Dacromet ist eine nicht-elektrolytische, wasserbasierte anorganische Beschichtung, die aus Zinkflocken, Aluminiumflocken und Chromverbindungen (oder modernen chromfreien Bindemitteln) besteht, die in einer speziellen Matrix dispergiert sind. Die Beschichtung wird im Tauch-Schleuder-, Sprüh- oder Tauch-Drain-Verfahren aufgetragen und anschließend thermisch bei ca. 300–320 °C ausgehärtet. Beim Aushärten entsteht eine dichte, mehrschichtige Lamellenstruktur, die gleichzeitig Barriereschutz und kathodischen Opferschutz für das Stahlsubstrat bietet.
Die typische Trockenfilmdicke liegt zwischen 5 und 12 μm. Trotz ihrer geringen Dicke bietet die Beschichtung im neutralen Salzsprühtest (ASTM B117 / ISO 9227) routinemäßig einen Schutz von ≥ 1.000 Stunden (üblicherweise 1.200–2.000 Stunden bei optimierten Systemen), bevor roter Rost auftritt – etwa das 7- bis 10-fache der Leistung einer Standard-Elektroverzinkung mit vergleichbarer Dicke.
| Eigentum | Dacromet | Elektroverzinkung | Feuerverzinkung |
| Beschichtungsdicke | 5–12 μm | 5–15 μm | 45–85 μm |
| Salznebel (zu Rotrost) | ≥1.000–1.500 Std | 100–300 Std | 500–800 Std |
| Wasserstoffversprödung | Keine | Hohes Risiko | Mäßiges Risiko |
| Max. Betriebstemperatur | ~300 °C | ~100–150 °C | ~200 °C |
| Auswirkungen auf die Gewindepassung | Minimal | Niedrig | Bedeutsam |
Der typische Prozessablauf umfasst: alkalisches Reinigen und Entfetten; mechanisches Entzundern oder Strahlen (auf Säurebeizen wird bewusst verzichtet); Auftragen der Zinkflockenaufschlämmung durch Tauch-Schleudern oder Sprühen; thermische Härtung bei 300–320 °C; optionales Auftragen einer Gleit- oder Schutzschicht; und Endkühlung sowie Inspektion. Um die erforderliche Schichtdicke und Leistungsfähigkeit zu erreichen, werden häufig zwei aufeinanderfolgende Basislackaufträge durchgeführt. Zu den kritischen Kontrollen gehören die Oberflächenreinheit, die Viskosität der Aufschlämmung, die Schleuderparameter, die Gleichmäßigkeit der Ofentemperatur und die endgültige Überprüfung des Beschichtungsgewichts.

Abbildung 4. Relative Leistungsstärken der wichtigsten Dacromet-Attribute.
Zu den häufig verwendeten Maßnormen gehören DIN 6921 und ISO 4162 (Sechskantflanschschrauben) sowie gleichwertige nationale Normen wie GB/T 5787. Die am häufigsten mit Dacromet-Beschichtung gelieferten mechanischen Eigenschaftsklassen sind 8,8, 10,9 und 12,9 gemäß ISO 898-1. Die Beschichtungsleistung wird normalerweise entweder durch das Beschichtungsgewicht (Klasse A ≈ 24 g/m², Klasse B ≈ 36 g/m²) oder durch eine Mindestanzahl von Salzsprühstunden angegeben. Viele OEM- und Strukturspezifikationen der Automobilindustrie bevorzugen ausdrücklich Zinklamellensysteme für hochfeste Schrauben, gerade weil sie das Risiko einer Wasserstoffversprödung eliminieren.
Praktische Auswahltipps:
Dacromet-Flanschschrauben bieten eine hervorragende Balance aus hoher mechanischer Festigkeit, langfristigem Korrosionsschutz, Maßgenauigkeit und Betriebssicherheit. Indem sie das Risiko einer Wasserstoffversprödung beseitigen und selbst in aggressiven Umgebungen eine mehrjährige Lebensdauer bieten, senken sie die Wartungskosten und erhöhen die strukturelle Zuverlässigkeit in den Bereichen Automobil, erneuerbare Energien, Industrie und Infrastruktur. Eine klare Angabe der erforderlichen mechanischen Güteklasse, der Maßnorm, der Beschichtungsleistungsklasse und etwaiger Anforderungen an die Deckschicht stellt sicher, dass die Verbindungselemente während ihrer gesamten Lebensdauer die vorgesehene Leistung erbringen.